Otto Gora, unser Ehrenmitglied ist am 27. April 2016 im Alter von 91 Jahren entschlafen.Wir trauern um den tatkräftigen offenherzigen Menschen, der über viele Jahrzehnte der Mittelpunkt des Vereins war.

Voller Bewunderung und Dankbarkeit, blicken wir auf dieses nun erloschene Leben, das der Schwimmausbildung und dem Schwimmsport gewidmet war.Er hat Spuren hinterlassen mit seinem Lebenswerk.Bei Herrn Gora, dem Schulschwimmlehrer, haben zigtausende Kinder das Schwimmen erlernt.

Den Sportfreund Otto, den unermüdlichen, ideenreichen, zuverlässigen Motor des Köpenicker Schwimmsports werden wir nie vergessen.

Nach Ende des II. Weltkrieges gründete er 1946 im Alter von 21 Jahren als Vorsitzender mit einigen ehemaligen Neptunern die Schwimmgruppe Köpenick und benannte sie dann auch bald in SG Neptun Köpenick um, denn dem Schwimmsport-Verein Neptun war als 14jähriger beigetreten. Mit seiner Kraft und seiner Liebe zum Sport entwickelte sich die Flussbadeanstalt in der Köpenicker Gartenstraße zu einem Jugendschwimmsport- und Freizeitzentrum und gab vielen Jugendlichen eine in der Nachkriegszeit besonders wichtige sinnvolle die Persönlichkeitsentwicklung fördernde Freizeitgestaltung. Bald fanden sich andere Sportfreunde, die den Vorsitz und die Finanzen übernahmen, so dass er sich stärker auf den Sport konzentrieren konnte. Als Technischer Leiter, wie damals der Sportwart hieß, und als Übungsleiter, war er die treibende Kraft für gute schwimmsportliche Leistungen im Berliner Maßstab und war selbst noch jahrelang einer der besten Brustschwimmer Berlins.

Im Wasserball begann eine Entwicklung, die den Spielbetrieb schon bald auf die überregionale Ebene bis in die höchste Spielklasse der DDR rückte.Technischer Leiter blieb der Beständige unbeirrt von der Fusion mit Ajax Köpenick zu Ajax-Neptun, des Wechsels in die Betriebssportgemeinschaft Turbine Gaswerke, und auch bei der Übernahme der Wasserballer von den Berliner Sportclubs Dynamo und TSC, mit denen sechs DDR-Meisterschaften im Kinder-Jugend- und Männerbereich errungen wurden. Seine Fähigkeiten und Leistungsbereitschaft wurden auch landesweit geschätzt und trugen unserem Verein die Durchführung von internationalen Schwimm- und Wasserball-Veranstaltungen der Nationalmannschaften ein. Otto übernahm auch die Funktion des Bezirksfachausschussvorsitzenden und war damit über Jahre der Chef des Schwimmsport-Verbandes in Berlin Ost. Nachdem er 2002 mit knapp achtzig Jahren den Staffelstab an die Jüngeren übergab, stand er noch ein weiteres Jahrzehnt am Beckenrand für die schwimmerische Ausbildung unserer Jüngsten. Sechzig Jahre nach der ersten nahm er die zweite Neptun-Vereinsgründung ins Visier.

Als Mitglied seines seit dem Kriegsende ruhenden Schwimm-Club Neptun Spindlersfeld machte er beim Amtsgericht den Anspruch auf Wiederbelebung geltend und leitete die erste außerordentliche Mitgliederversammlung. Die wählte den ersten Vorstand, beschloss die Satzung und den heutigen Namen unseres Vereins.Und nicht zuletzt steht sein Name für den ältesten Schwimmwettkampf Europas, der nur für Masters bestimmt ist. Technischer Leiter vom ersten Mal 1955 bis zum 48. „Alte Meister Schwimmen“ war ununterbrochen Otto Gora.

Beim 50. Jubiläum konnte er auch den Pokal des erfolgreichsten Schwimmers dieses Traditionswettkampfes entgegennehmen.Für sein Wirken erhielt Otto unzählige Auszeichnungen des Vereins, der Sportverbände und der Schulverwaltung und nach der Wende auch des Berliner Schwimmverbandes. Die Bürgermedaille des Stadtbezirkes Treptow-Köpenick wurde ihm als einem der ganz Wenigen aus dem Bereich des Sports 2006 verliehen. Seiner Familie bekunden wir unseren Dank für die Unterstützung seiner ehrenamtlichen Arbeit und  ein tiefes Mitgefühl zum Verlust dieses Mannes, der bescheiden war, nicht herausragen wollte und doch durch seine Leistungen unvergesslich bleibt.